Transluzid

Deine nassen
Hände
greifen in meine feuchte
 Erde,
wühlen nach den noch jungen
Knospen und Blätter,
überdeckt mit Flaum;
durchscheinend in der
gleissenden
Sonne.

Deine Augen, deine rauen
Hände
betrachten meine
Blüten
in Nahaufnahme, als fürchtest du, etwas
Kostbares
zu übersehen,
glänzend,
durchscheinend;
wie eine unentdeckte
Landschaft,
ein unbekanntes Gewächs der
Erlösung.

Ein Tanz unter den alten Baumstämmen,
extatisch,
ein Reigen der Lust.
Tropfen prasseln auf warme
Haut,
prallen an meinem
angespannten Fleisch
ab;
kalte Nadelstiche bohren sich in die durchnässten
Fruchtblätter.

Die Flora
zuckt zusammen unter der Last deines
feuchten
Körpers,
sie bedeckt ihn mit Nektar in den schönsten Farben,
der nun
unaufhörlich
auf den regendurchweichten
Boden
tropft.

Mein Kopf wird schwer,
Haut schmiegt sich an
Haut,
dein Druck zwingt mich in die
schlammige
Erde.
Glänzende, offene
Münder,
fleischige Lippen,
die aus dem
Dreck
spriessen.

Die Nacht umhüllt uns,
Kälte schüttelt meine
Glieder.
Umrisse heben sich ab von den schwarzen
Stämmen;
Haut,
Haare,
suchende Zungen
und archaische Laute,
die unsere
Atemzüge
begleiten und den
Regen
verstummen lassen.

Deine nassen
Hände
greifen in meine feuchte
Erde,
wühlen nach den noch jungen
Knospen und Blätter,
überdeckt mit Flaum;
durchscheinend in der
flirrenden Dunkelheit. 

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