Neon

Welcher Gesichtsausdruck ist dir
von mir
geblieben?
Welches Gesicht bin ich
jetzt?

Ein geöffneter Mund,
ein Schlangenwesen,
welches mein Gesicht
trägt,
durch die Endlosigkeit des Momentes
kriechend,
kniend.
Vor dir
kniend,
in der grellen Neonnacht,
flehend und dem
Rausch
nahe.

Ein tierischer
Rausch;
fordernd
winde und offenbare ich
meinen schlangenähnlichen Körper in deinem
Schatten,
sich verlierend unter dem harten
Schlag des
Exzesses.
Das blaue Licht
legt meine
Haut
frei.

Du klammerst dich an mein
Fleisch,
nicht mehr menschlich,
nicht mehr räumlich.
Selbstverständlichkeit in diesem
Besitz;
Selbstliebe durch den
Verlust
des eigenen Fleisches,
welches du zu deinem machst,
in der Ursprünglichkeit des
Verlangens nach meiner
pulsierenden,
zitternden,
zuckenden
Landschaft.
Flüchtig der Blick,
hart die Lust.

Es gibt keine Erlösung,
der Exzess wird dich
verfolgen,
er besitzt dich,
er besitzt uns.
Die Stadt schläft,
das Neonlicht flackert,
der Rausch verfolgt uns
an jeden verwegenen
Ort.

Kalter Stein lähmt das Gefühl
in meinem Fleisch,
die erschaudernden Hände an eine sandige
Wand
gepresst,
mein Gesäss in deiner Hand,
in deinem Gesicht,
in deinem
obsessiven,
klammernden
Griff.
Die irdische Sphäre liegt unter
uns,
über uns,
sie liegt hinter uns.

Welches Gesichtsausdruck ist dir
von mir
geblieben?
Die fest geschlossenen Augen über
dir,
den Kopf in den Nacken gelegt,
in die Höhe flehend,
die Knie aufgescheuert
am nackten Stein.
Schmerz als Hypnose, als
Ausdruck
vollkommener
Transzendenz.

Welches Gesicht bin ich jetzt?
Ein fixierendes,
ein fragendes,
ein ersehnendes.
Funktionales Fleisch,
gebrauchtes Fleisch;
alles sehend,
alles verzehrend.

Das Neonlicht erleuchtet meine
Brüste,
meine
Wölbungen
fliessen im Rhythmus des
Rausches. 

using allyou.net